Ich.bin.sichtbar

Kennst Du “Quispe Rutrum”? Das war der Blind Text, der in meinem Blog zum Einsatz kam, um die Blogfunktion und ein paar “Dummy”-Blogbeiträge einzurichten. Aber was hat das mit Sichtbarkeit zu tun? Lies bis zum Schluß und Du wirst die Antwort finden.

Denn meine Website war eigentlich fertig, ich habe sie nur noch nicht live geschalten. Die Texte schrieb ich im August letzten Jahres und Anfang Dezember waren die Seiten aufgesetzt. Ich wollte mir einfach mit dem Go-Live meiner Seite noch Zeit lassen, es reifen lassen. Ohne besonderen Grund eigentlich.

Und dann kam der Tag, an dem mich kurz hintereinander zwei Freundinnen anriefen, um mich zu informieren, dass meine Seite zu finden sei. Ich war also plötzlich doch sichtbar? Obwohl ich das doch noch nicht wollte und obwohl ich eigentlich nochmal gründlich über alles schauen wollte, denn es war ja schon eine Weile her, seit ich die Inhalte schrieb. Und seither hat sich auch Vieles geändert, Erkenntnisse durften in mir reifen.

Ich wurde also von außen darauf aufmerksam gemacht, dass meine Seite erreichbar sei. Und es war mir noch nicht einmal bewusst. Hoppla, da ging aber was gewaltig schief, dachte ich. Ich wollte doch…

Und dann kamen Gedanken wie: “So ein Mist” und “Peinlich, wenn da jetzt Fehler drin sind oder die Seiten nicht mehr aktuell sind”. Und dann fiel mir siedend heiß ein, dass ich zwar meine Angebotsseiten dupliziert, aber die Inhalte noch gar nicht hineinkopiert hatte. Und diese unfertigen Seiten waren also tatsächlich live? Für mein professionelles EGO wirklich undenkbar und unsagbar peinlich. Aber es änderte nichts an der Tatsache: Ich.Bin.Sichtbar.

Ausgerechnet mir passiert das, ich sollte es doch eigentlich wissen, denn schließlich ist Marketing ja meine berufliche Domäne. Da waren sie wieder, die mir bekannten Stimmen, mein innerer Kritiker allen voran, die mich mit den liebsten Worten des Spotts bombardierten und mich sprichwörtlich zur Schnecke machten. Es fühlte sich alles zuerst gar nicht gut an, ich war sauer auf mich selbst. Wie konnte ich nur! Und just letzte Woche posaunte ich noch herum, dass ich meine Seite zwar fertig habe, aber sie noch nicht live gestellt hatte. Und jetzt war alles anders.

Und dann erreichte mich plötzlich eine Eingebung: möglicherweise gab es da irgendeine Instanz, die wollte, dass ich mit meinem Frauenbusiness endlich sichtbar bin. Ich wurde sozusagen in die Sichtbarkeit geführt, sanft, da unbemerkt - und doch unsanft, als ich es merkte. Sowas nennt man im Volksmund glaube ich “Die Ironie des Schicksals”.

Für mich war das wirklich erst einmal ein Schock. Es wurde mir quasi etwas aus der Hand gerissen, nämlich die bewusste Entscheidung, wann ich mich mit meinem Frauenbusiness in der Öffentlichkeit zeigen möchte. Ich hatte mir durch meine Warteposition ja selbst Unsichtbarkeit verordnet gehabt, fand allerlei lustige Gründe, weswegen ich besser noch warten wollte. Aber eigentlich habe ich mich nur um eine ganz wichtige Sache herum gedrückt: nämlich endlich dieser so unbändig starken, inneren Stimme Gehör zu verschaffen, die mir schon seit 20 Jahren fortwährend zuflüstert, endlich meine Arbeit mit Frauen aufzunehmen.

Früher wollte ich nur Coaching für Frauen anbieten. Hatte sogar allerlei URLs bereits gekauft mit hübsch klingenden Namen wie z.B. Go Limbic, Weibliche Führung, Good vibrations und andere. Diese URLs habe ich vorsorglich wieder verkauft oder habe mich gar nicht erst um das Aufsetzen von Internetseiten gekümmert. Und so verwaisten meine Pläne auch immer wieder, mit Frauen ein neues Standbein in Angriff zu nehmen und in die Selbstständigkeit zu gehen.

Selbstständig war ich nun schon seit geraumer Zeit, aber eben immer noch nicht mit diesem meinem Herzensbusiness. Und dann kam der Tag X und sozusagen eine höhere Instanz hat entschieden, dass es jetzt Zeit ist und das Rumgeeiere jetzt ein Ende haben darf. Ich stand ja quasi schon lange im Startblock.

Es drehte sich wirklich alles um die Tatsache, mich mit diesem meinem Herzensbusiness der Welt zu zeigen. Dass ich schon seit geraumer Zeit Frauenkreise und kleine Retreats durchführte, mit Lomi Lomi und Körperarbeit begonnen hatte und auch bereits einige Klientinnen coachte, war für mich nicht ausschlaggebend. Ich wollte es tatsächlich lieber weiter im Stillen machen, so als ob ich für mein Wirken einen heiligen Raum haben wollte, den niemand sonst betreten kann und von dem niemand außer den geladenen Frauen etwas weiß. Für einen Teil in mir war es so, dass die Internetseite diesen heiligen Raum stören würde.

Ich fragte mich allen Ernstes, ob dieser heilige Raum, den ich anstrebte, denn nun quasi entwiehen war, indem meine Seite nun publik war? Und die Antwort, die ich für mich fand, war wirklich: Ja. Für einen ganz bestimmten Teil in mir fühlte es sich wirklich so an, für meine ganz zarte und sehr sensible Seite war das wirklich so.

Das durfte ich erst einmal annehmen und anerkennen und diese Erkenntnis in mein Herz nehmen. Und dadurch habe ich Kontakt zu dem Teil in mir bekommen, der sich tatsächlich immer am liebsten versteckte. Es ist die drei- bis vierjährige, kleine Annette, die im Kindergarten beim Spielen in den Brunnen fiel und hinterher von der Ordensschwester zum Trocknen und Umziehen völlig entkleidet wurde. Damals fühlte ich mich genau so “vor Gott entblößt” wie an dem Tag, als ich erfuhr, dass die Welt meinen “heiligen Raum” über die Internetseite besuchen konnte. Es waren spannende Erkenntnisse, die mich fluteten und auch eine gewisse Traurigkeit über die verlorene Privatheit nahm ich wahr. Ich liess alles da sein und ging mit diesen Gefühlen. So lange, bis sie sich wandelten.

Wie lange die Seiten schon öffentlich erreichbar sind, kann ich gar nicht sagen. Während ich mich mit der Eventualität beschäftige, wer da draußen meine Seiten womöglich bereits besucht hat, gewöhne ich mich so langsam an die Tatsache, dass ich mit meiner Leuchtenden Frau jetzt wirklich ganz und gar sichtbar bin und gefunden werden kann. Es ist also einfach passiert.

Je mehr ich hinein spüre, was geschehen ist, desto mehr finde ich es lustig und kann über dieses Missgeschick herzhaft lachen. Ich habe es mir auch noch selbst eingebrockt. Vielleicht war es gut so, denn womöglich hätte ich meine Seite wieder eingestampft - das wäre ja nicht das erste Mal gewesen.

Tatsächlich hatte ich meine Frauenkreise und Workshops ohne meine Website gestartet und es hat prima funktioniert. Und tatsächlich war die von mir zurückgehaltene Website bereits vorzeitig live und die Frauen kamen trotzdem. Trotz der Seite? Wegen der Seite? Eigentlich ist es völlig egal. Sie kamen, weil sie einen Ruf gehört haben, den Ruf ihrer Seele. Und weil wir uns gefunden haben. Ich glaube nicht, dass meine Website in diesem Prozess überhaupt eine Rolle gespielt hat.

Als ich also den ersten Sichtbarkeits-Schock überwunden hatte, machte ich mich ans Werk und kopierte rasch die richtigen Angebotsinhalte auf die relevanten Angebotsseiten und beseitigte einige Dummy-Blogtexte, die beim Konfigurieren des Blogs entstanden, um die Funktionalität zu testen. Diese Blogtexte enthielten einen Blindtext: Quispe Rutrum. Diesen las ich jetzt zum ersten Mal ganz durch. Und was soll ich sagen. Er berührte mich so sehr, beschrieb er doch eigentlich den Prozess durch den ich gegangen bin. Daher entschied ich mich, ihn einfach stehen zu lassen, denn er passt wunderbar zu der Geschichte um die Sichtbarkeit meiner Website.

Denn:

Es beginnt alles mit einer Idee. Vielleicht willst du ein Unternehmen gründen. Vielleicht möchtest du ein Hobby in etwas Größeres verwandeln. Oder vielleicht hast du ein kreatives Projekt, das du mit der Welt teilen möchtest. Was auch immer es ist – die Art und Weise, wie du deine Geschichte online vermittelst, kann einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Mach dir keine Gedanken darüber, professionell zu klingen. Klinge einfach wie du selbst. Es gibt über 1,5 Milliarden Websites da draußen, doch es ist deine Geschichte, die diese von allen anderen unterscheiden wird. Wenn du deinen Text laut vorliest und in deinem Kopf nicht deine eigene Stimme hörst, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass du noch Arbeit vor dir hast.

Sei klar, sei selbstbewusst und denk nicht zu viel nach. Das Schöne an deiner Geschichte ist, dass sie sich immer weiter entwickeln wird – und deine Website mit ihr. Dein Ziel sollte darin bestehen, dass sie sich im Hier und Jetzt richtig anfühlt. Alles Weitere kommt von selbst. Das tut es immer.

Und was ist nun die Moral von der Geschichte um meine Sichtbarkeit? Panta Rei, alles fließt. Im weiblichen Feld sowieso. Ich fließe jetzt einfach mit.

Und die Tatsache, dass ich mein Frauenbusiness auch ohne Live-Website erfolgreich gestartet habe, beweist einmal mehr, dass es auch die weibliche Art des Marketings gibt, die anders funktionieren darf und kann: über Bewusstsein, Fühlen, Sehen, Sein und über den Kontakt mit Mutter Erde. Irdisch, kosmisches Marketing sozusagen. Dazu werde ich zu gegebener Zeit noch einen separaten Blogpost schreiben.

Ich mag Dich ermutigen. Werde auch Du sichtbar. Die Welt dreht sich ganz einfach weiter, auch wenn Du sichtbar wirst, wie diese Geschichte beweist. Trau Dich! Ich habe es auch endlich geschafft und es fühlt sich großartig an - jetzt ja.

Stöbere auf der Seite Ich.Bin.Sichtbar und erfahre, wie ich Dich bei Deinem Schritt in die Sichtbarkeit bestärken und begleiten kann.

Was auch immer es ist – die Art und Weise, wie du deine Geschichte online vermittelst, kann einen gewaltigen Unterschied ausmachen.
— Quelle unbekannt

Photo: Lua Valentina, Unsplash

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